Modellierung
Früher waren Analyse und Konzeption zwei getrennte Bereiche. Heute verschmelzen diese zunehmend unter dem Begriff Modellierung. Dabei geht es um eine möglichst einfache und zugleich realitätsnahe Abbildung der aktuellen und zukünftigen Realität. In diesem Zusammenhang sind die folgenden Begriffe und ihr Verständnis wichtig:
Ein System ist eine Menge von Komponenten mit Eigenschaften (Zustand, Verhalten) und ihren Relationen. Ein komplexes System, das funktioniert, entsteht immer aus einem einfachen System, das funktioniert.
Abstraktion bezeichnet den Vorgang der Vereinfachung, indem die Sicht durch Weglassen von unwesentlichen Bestandteilen auf die wesentlichen Bestandteile eines Systems beschränkt wird. Abstraktion ist die Fähigkeit, eine gemeinsame Qualität oder Qualitäten in verschiedenen Dingen wahrzunehmen und daraus eine Verallgemeinerung zu bilden.
Erst durch Strukturierung wird Abstraktion möglich. Damit können komplexe Sachverhalte vereinfacht und fassbar gemacht werden.
Ein Modell ist eine Abstraktion eines Systems unter den für eine bestimmte Problemlösung relevanten Aspekten.
Bei der Modellbildung unterscheiden wir zwischen unterschiedlichen Sichten: - Ereignisse und Prozesse
- Funktionen
- Daten, Objekte und ihre Relationen
Prozess-Modellierung
Die Qualität eines Prozesses bestimmt in direkter Weise die Qualität seiner Ergebnisse.
Die Fehler, die bei der Prozess-Modellierung begangenen werden, sind immer wieder die gleichen: - Die Prozess-Definition erfolgt auf zu tiefer Abstraktionsebene.
=› Gemeinsamkeiten von scheinbar unterschiedlichen Prozessen werden nicht erkannt, Prozess-Synergien und Optimierungs-Potentiale können nicht genutzt werden.
- Die Prozess-Modellierung erfolgt entlang den konkreten Laufwegen von Informationen und Entscheidungen in der bestehenden Organisation.
=› Sobald diese Strukturen ändern, müssen auch die Prozess-Modelle angepasst werden.
Es geht aber auch besser: - Generische Prozesse
=› Wiederverwendbarkeit für ähnliche Problemstellungen
- Prozess-Modellierung entlang der Aufgaben und Aktivitäten unabhängig von Organisationseinheiten und aktueller Aufgabenverteilung
=› Struktur-Unabhängigkeit
UML
UML (Unified Modelling Language) basiert auf der Idee der visuellen und implementations-unabhängigen Modellierung. Die Syntax kann leicht verstanden werden, ohne sie wirklich beherrschen zu müssen. Daher ist UML für die Kommunikation mit Nicht-Informatikern geeignet und hat sich als Standard auch ausserhalb der Informatik etabliert.
UML umfasst vier verschiedene Sichten bzw. Diagramme oder Sub-Modelle: - Use Cases
- Klassen-Diagramme
- Verhaltens-Diagramme (Zustände, Aktivitäten, Interaktionen)
- Implementations-Diagramme
Diese Diagramme stellen unterschiedlichen Sichten auf ein System dar, die zu einem konsistenten Gesamtmodell basierend auf dem objekt-orientierten Paradigma integriert werden.
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